Zuerst ich, dann die Anderen

Zuerst schaue ich auf mich und meine Familie, dann auf die Anderen. Dieses Konzept verfolgt eine Bekannte von mir. Sie wäre kürzlich für die Jause in unserer Spielgruppe zuständig gewesen, hat aber verschlafen und daher in die WhatsApp Gruppe geschrieben, … dass es ihr leid tue, aber sie wolle sich den Stress nicht antun, die Kinder zusammenzupacken und somit müssten wir bitte heute ohne Jause auskommen. Dazu hat sie ein Foto von geschnippeltem Obst und Gemüse geschickt und gemeint, wir könnten aber alles abholen bei ihr, fertig sei es ja.

Lässig, hab ich mir nach der ersten Irritation gedacht. Der ist es egal, was die Anderen über sie denken. Die macht das so, wie es für sie am besten passt. Ich hätte wohl jede Strapaz auf mich genommen, um nur ja pünktlich zur Jausenzeit auf der Matte zu stehen. Damit man mir bloß nichts nachsagen kann. Nicht, dass die anderen Mamas glauben, ich hätte mein Leben nicht im Griff. Oder ähnliches. Nein, das hätte ich nicht ausgehalten. Definitiv kann ich mir eine gute Scheibe von meiner Bekannten abschneiden, dachte ich mir. Bis meine Freundin, selbst Mama von drei Kindern und ähnlich wie ich immer auf die Meinung anderer schauend, gemeint hat, dass sie sich frage, was wohl aus unserer Welt werden würde, wenn wir alle so handeln würden.

Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Von dieser Seite hatte ich dieses Thema noch gar nicht beleuchtet. Wenn wir alle zuerst auf uns schauen, was wird dann aus unserer Welt? Ist es nicht notwendig, immer auch das Wohl der Allgemeinheit bei unserem Tun im Auge zu behalten? Wenn alle jedoch zuerst an sich denken, kann dann eine Gemeinschaft überhaupt entstehen, bleiben? Und wollen wir nicht alle Teil einer Gemeinschaft sein?

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