Achtsam? Ach so geht das!

Und dann möchte man einfach mal auf Speichern drücken, weil alles gerade so schön ist, um es immer und immer wieder wiederholen zu können.

Sie kennen Sie sicher auch, diese Momente. Oder, nein, warten Sie, sind sie etwa schon weiter als ich und versuchen gar nicht erst, diese Situationen, Gefühle usw. zu konservieren. Na dann gratuliere ich Ihnen. Ich bin nämlich noch nicht so weit, aber ich bin am Weg. Weil dieses dauerende Festhaltenwollen nämlich ziemlich anstrengend ist, habe ich begonnen, mich mit dem derzeit omnipräsenten Thema Achtsamkeit und Wege zum Glück zu beschäftigen.

Man kommt ja momentan kaum mehr daran vorbei. Seit ein paar Jahren wird es stetig mehr, die Buchläden und Zeitungsständer quellen über vor Literatur zum Thema. Die Shaolin-Mönche machen es vor, wir machen es nach. Eh gut, finde ich. Obwohl es eigentlich alles gar nichts neues ist. Das Christentum – bei uns ja bis vor kurzem eine doch recht weit verbreitete Idee, wie man an das Leben herangehen kann, Sie erinnern sich sicher, hat es auch schon thematisiert. Sollten Sie beim Thema Christentum jetzt zusammengezuckt sein, aber trotzdem noch weiterlesen, dann kann ich Ihnen nur sagen: Hej, so schlecht ist das alles eigentlich nicht! Nicht, dass ich die Bibel gelesen hätte (doch, einen Teil der Kinderbibel habe ich geschafft), aber ich gehe immer wieder mal in die Kirche (das sind diese Gebäude, die eigentlich in jedem Ort in Mittel- und Westeuropa zu finden sind) und höre zu und da geht es doch auch um recht vieles, das auch die Achtsamkeitslehre beschreibt. Aber nachdem die Magazine zum Thema Happiness irgendwie so viel schöner mit so vielen Extras wie Postkarten zum Rausnehmen sind, komme ich derzeit mehr zum Lesen dieser Thesen als zur Bibel.

Und gestern habe ich mir eben mal das “Shaolin im Alltag” zur Hand genommen und die vier Ebenen des Glücks genauer angesehen. Und siehe da, ganz unten steht mal gleich das schnelle Glück, das offenbar nicht nur ich versuche, festzuhalten. Die Lehre daraus, nur so kommt man auch zu Level 2, ist, glückliche Phasen nicht festzuhalten zu versuchen.

Level 2 beschäftigt sich dann mit der Sammlung und Ausrichtung von Aufmerksamkeit durch verschiedene Tätigkeiten usw., was wiederum zu Ausgeglichenheit, Frieden und Gelassenheit führt. Auf Level 3 schließlich geht es ums Loslassen und Annehmen lernen durch die Tatsache, dass sich alles verändert und nichts gleich bleibt. Auf der höchsten Stufe des Glücks dann ist von der Grundeinstellung zum Wohle aller Wesen die Rede und von der liebevollen Güte, Wertschätzung und Mitgefühl auch uns selbst gegenüber.

Wem das jetzt zu schnell gegangen ist, wie gesagt, habe ich meine kleine feine Skizze mit Pusteblume (ich liebe Pusteblumen, sie sind übrigens das Symbol für Loslassen und deshalb derzeit auch überall präsent) durchsehen oder den GU-Ratgeber mit dem Titel „Shaolin im Alltag“ lesen.

Ich übe also. Und sobald ich mich dabei ertappe, darüber nachzudenken, wie lange es wohl so schön bleiben wird und wann wir diesen Moment genau so wieder erleben werden könne, versuche ich mich zu unterbrechen und puste diese Gedanken weg und genieße. Denn das Erkennen von diesen Mustern ist der erste richtige Schritt in Richtung Ruhe und Gelassenheit.

So, jetzt muss ich mich beeilen. Es ist schon kurz vor 12. Die großen Annas kommen gleich von der Schule und kleinen Annas werden gleich aufwachen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

code